Runterkommen

Ich habe mir wieder mal etwas NachrichtenUndAussenwelt – Detox verordnet. Vor ein paar Tagen las ich die interessante These, dass unsere derzeitigen Bewegungseinschränkungen ja denen, die wir geflüchteten Menschen zumuten, durchaus ähneln. Residenzpflicht, Arbeitsverbot, von Sicherheitskräften in der Unterkunft bewacht …. Ist das jetzt so eine Art angewandtes Empathietraining?

Und mein Satz von 1990 tauchte wieder auf, mit dem ich den neugewonnenen KollegInnen aus Westdeutschland meinen Gemütszustand zu bebildern versuchte: „Ich fühle mich wie eine Emigrantin im eigenen Land.“ Bei genauerem Hinsehen stelle ich fest, dass mich der Exilgedanke und ein gewisses Unbehaustsein in den letzten 30 Jahren eigentlich nie verlassen hat. Und die 15 Jahre davor die allgegenwärtige Bedrohung des atomaren Wettrüstens zweier wildgewordener Supermächte mich/ uns untergründig (oder alltäglich) beanspruchte und beschäftigte. Trotzdem habe ich von Schönheit, Glück und Reichtum erfüllt gelebt. Und in den 10 Jahren davor verstand ich noch nicht, was Unbarmherzigkeit, Gier und Schwanzvergleiche sind. In gewisser Hinsicht hält mein sonniges Gemüt es immer noch für eine Art Ausnahme. Einen Irrtum, der darauf basiert, dass die betreffende Person nicht weiß, was sie stattdessen tun könnte.

Also „come down“ statt „lockdown“. Was finde ich auf dem Boden der Tatsachen?

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