Stille ist der Samen der Worte

Unter dem Schnee, unter dem Eis.

Was ich grade lese: „Meister Eckhart, der Gottesfreund vom Rhein“ (Daten, Texte und Unterweisungen des christlichen Mystikers aus Gotha in Thüringen, 1260 – 1328) —– „1965 – der kurze Sommer der DDR“ von Gunnar Decker (Über Reformen/ Reformbestrebungen/Reformversuche in der DDR und die „innere Erosion“, die nach dem Scheitern schließlich zum Untergang des Landes führte. Geschichte und Fakten in einem unterhaltsamen anekdotischen Erzählstil, den der Autor als Historiker durchaus haben darf, ohne verdächtig zu wirken.) —–„Die Ratsfeuer der Sieben Welten“ von Jamie Sams & Twylah Nitsch ( Die Schöpfungsgeschichte und das Erscheinen und Vergehen der Welten aus der Sicht einer Steinperson. Von zwei klugen Seneca-Frauen geschrieben.) „Susanne Wenger – Ein Leben mit den Göttern“ von Gert Chesi (Ein Gesprächsfotobildband über die östereichische Künstlerin, die eine Priesterin und Hüterin der Yoruba-Kultur wurde, 1915-2009)

Und von meiner Lehrerin Fe Reichelt von 2018 „Aufbau der Mitte – Morgenübungen und die Umkehr des Atmens“ und von 1993 „Atemübungen – Wege in die Bewegung“. Neben Tod und Stille/ Stillstand ist der Atem sicher ein großes Thema dieser Zeit mit dem Corona-Virus und seinen Folgen. Wir nehmen und geben – Sauerstoff und Kohlendioxid. Über unsere Lungen gehen wir in Austausch. Innen und Außen müssen in Balance sein. Einatmen. Ausatmen. Tief Atmen. Das Zwerchfell senken. Nicht aufhören zu fühlen. Dass eine Krankheit die Lungen angreift, sollte uns hellhörig machen. Nehmen und Geben. Wir Menschen in Europa und den sogenannten Industrie-Nationen nehmen so viel und geben so wenig. Je weniger man gibt, umso mehr hat man schließlich! Die Afrikaner sind einfach zu dumm, um ihr Zeug zu behalten. Tja. Und die Chinesen sind zu klug, um herzugeben ohne Gegenleistung. Hmhm.

Über die sozial und wirtschaftlich ausgleichende und stabilisierende Kraft der Potlatches, der Verschenkfeste an der amerikanischen Nordwestküste, ist viel geschrieben worden. Wir nutzen ja oft selbst das Verschenken noch zum Machterwerb. Ich persönlich kenne allerdings auch die stillen SpenderInnen, oder die Geschichten über sie – bescheidene Menschen, die geben und die Öffentlichkeit, ja selbst das öffentliche Lob und jegliche Gegenleistung scheuen. Ob sie wohl den Ausgleich herstellen für die Nehmer? Hm.

Als ich las, dass der indigene Widerstand gegen die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes buchstäblich stirbt = die ProtagonistInnen sterben an Covid19 – da dachte ich zum ersten Mal, dass die Leute dort sich all die Jahre nicht deshalb so strikt abgeschottet haben, weil sie uns doof oder unsere Sachen nicht auch wünschenswert fanden, sondern weil unsere Krankheiten sie immer noch umbringen. Masern, Pocken, Grippe haben zahllose Menschen in den beiden Amerikas getötet, weil sie sich nicht dagegen wehren konnten. Offensichtlich ist der Kontakt mit uns immer noch toxisch.

Proletariat und Intellektuelle stehen auf meinem Gewerbehof beisammen und reden. — Wir hätten damals (1989) alle hierbleiben und unser Land wieder aufbauen sollen. — Warum hat unser sächsischer Ministerpräsident erst im Dezember 2020 davon erfahren, dass Medizinpersonen und Pflegekräfte in den jeweiligen Abteilungen mit mehreren Stellen zuwenig und am Limit arbeiten? Weil sie nie laut geklagt haben? Wieso wissen WIR das seit mehr als 20 Jahren und sind keine Ministerpräsidenten? — Nimm dich in acht vor einfachen Lösungen! — Wer bin ich, wenn ich nicht auf der Bühne stehe? Was füllt meinen Namen aus? Was erfüllt mich? Klar sind das schmerzhafte Fragen. — Meine Mutter sagte damals immer, wenn du in eine neue Klasse kommst, kommst du in ein neues Umfeld. Da sind neue Keime, mit denen du dich beschäftigen musst. Solange bis du sie alle kennengelernt hast. — Im Erzgebirge sind die Zahlen nicht deshalb so hoch, weil dort lauter störrische AFD-Wähler und Regelverweigerer hocken, sondern weil es sehr viele alte Menschen gibt. Die werden eher krank. Die Jungen sind ja alle in Nürnberg. Oder Göttingen. Oder Basel. — Solidarität ist das wichtigste. Einander helfen, beistehen. — Es gibt so vieles, was wir neu bestimmen, ausrichten, verhandeln müssen. — Jeder Kraftfahrer muss nach 8 Stunden vom Bock und wird bestraft, wenn er es nicht tut. Ärzte dürfen 24 Stunden arbeiten? — Wenn man Menschen mit unsinnigen Vorschriften traktiert, mit Vorschriften, die sie nicht verstehen und nachvollziehen können, das geht nicht gut aus. Hatten wir kürzlich erst. — Wenn einer kommt und dir die komplexe Welt einfach erklären will, hüte dich. Und renne! — Eine unsinnige Verschwendung von Ressourcen. Gib den Menschen eine Chance, gib ihnen Spielraum und sie werden jede Krise meistern. Der Staat kann nicht alles lenken. Muss er auch nicht.

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