Momentaufnahmen

Heute fiel mir ein jüdischer Witz wieder ein, der gut in unsere momentane Situation passt.

Moische fragt den Rabbi: „Rabbi, darf man beim Studium der Thora rauchen?“ Der Rabbi antwortet: „Aber nein, beim Studium der heiligen Schriften sollst du dich natürlich darauf konzentrieren!“ Moische fragt wieder: „Und Rabbi, darf ich denn beim Rauchen in der Thora lesen?“ Darauf der Rabbi: „Nun, warum nicht? Du kannst beim Rauchen ja lesen, was du willst!“

Ich lese, neu in meinem Bücherschrank, „Bild und Gegenbild“ von Karla Bilang. Die Geschichte der schöpferischen Aneignung der Kunst der afrikanischen, ozeanischen und altamerikanischen Völker. Kirchner, Kandinsky, Picasso und viele andere haben im letzten Jahrhundert außereuropäische Formen und Bilder zitiert und weiterentwickelt. Wie bei Global Music ist die Grenze zur künstlerischen Kolonialisierung durchaus fließend ….

Dazu passt, schon ewig in meinem Bücherschrank, „Der Weisse im Spiegel der Farbigen“ des Leipziger Ethnologen Julius Lips über unsere Schiffe, Missionare, Soldaten, Forscher und andere Merkwürdigkeiten in der Kunst von Menschen aus Afrika, Ozeanien und den beiden Amerikas. Auf die wir meist herabsehen, damals wie heute. Das Buch erschien unter dem Titel „The Savage hits back“ 1937 in London und New Haven, USA.

Und von Arno Lehmann „Afroasiatische christliche Kunst“ (1966), mein erstes Buch darüber, wie die anderen uns sehen und wie anders sie das glauben, was wir glauben. (Ich war ja immer ein Heidenkind, aber auch immer umgeben von aufrechten ChristInnen.) Christus auf dem Regenbogen, aus Neuguinea (Teil von Papua-Neuguinea, nördlich von Australien, gehört zu Indonesien).

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