Lockdown. Breakdown.

Langsam geht es an die Substanz, oder wie unsere Großeltern sagten, ans Eingemachte. Dass es nicht gut sein kann, die Vorräte restlos aufzuessen, ist klar. Auch die Vorräte an Mut und Zutrauen, Lebensfreude und psychischer Stabilität aufzubrauchen, macht angreifbar. Angreifbar für den Hunger. Hunger nach einfachen Lösungen. Alles, alles, ja, ja, ja – nur ein Ende soll es haben. Nie zuvor war so deutlich, in welchem Maß unsere Gesetze, Regeln und Grundvereinbarungen auf Unwissen, Vermutungen, Annahmen und Vorurteilen beruhen. Damit meine ich nicht Regeln wie z.B. dass Dinge vom Tisch auf den Fussboden fallen, wenn sie keinen Raketenantrieb haben und dass wir meistens nicht durch die Wand aus dem Haus gehen können.

Wie gut, dass immer ein Kollege oder eine Kollegin zur Stelle ist, um mich aus dem Loch zu holen, wenn es mir grade nicht allein gelingt. Und humoristische Einlagen wie im Bild, köstlich. Schön, dass es immer noch Dinge gibt, auf deren Funktionieren man sich verlassen kann. Z.B. deutsche Bürokratie, das Fokussieren der Belange der eigenen Behörde und die grandiose Fähigkeit, das Leben rundherum nahezu vollständig auszublenden. Dazu Unbarmherzigkeit, Habgier und machtgeiles Getue von Menschen, die eigentlich alles haben und auch in dieser Pandemie noch nicht viel verloren haben. Naja. Das letzte Hemd hat keine Taschen.

Neue Projekte. So sieht der sowjetische Pavillion auf der Alten Messe als Walfisch aus. Meinte Tania und die muss es wissen, sie ist schließlich Bulgarin. Töne fangen im Tagebau Profen (noch bis 2035) für Spiel.Raum.Struktur.Wandel in der Lausitz. Neue Definitionen für die Welt von gestern. Monas ägyptisches Universum. Die Parade der Mumien in Kairo – unverschleierte Frauen spielen Snare Drum, Pauken, Geige und Daf. Ein altägyptisches Hohelied auf Isis wird gesungen, auf die Göttin von Himmel und Erde, die Mutter der Menschen und der Götter. Das ist unsere Kultur, sagt Mona – nicht die Wahabiten mit ihrem Schleier, der Beschneidung und dem ganzen Wahn. Nun muss ich doch noch Rahmentrommel üben, war mir immer zu fitzelig, reicht ja wenn ich Geige spiele …. Wir werden also unsere Zusammenarbeit vertiefen!

Wenn „the humming trees“ sich treffen, ist tatsächlich noch etwas da, was über die im Moment erzeugte Musik hinausgeht. Wer weiß, vielleicht summen tatsächlich die Bäume. Und natürlich tauschen wir uns aus, wüten und trauern, lachen und geben uns Halt und Zuversicht.

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