Lust zum Streiken

Wenn es irgendjemanden interessieren würde, ob ich streike oder nicht – dann würde ich gerne für bessere Arbeitsbedingungen der heilenden und pflegenden Berufe streiken. Sie selber können es ja nicht, „sonst sterben Menschen“. Es geht nicht um „die da“, es geht um „das da“, das strukturelle Problem, dass viel zu wenig Leute viel zu lange viel zu viel arbeiten müssen. Nicht erst seit Corona ……………………………………..
Ich hasse dieses GegeneinanderAusgespiele. Selbstständige gegen Angestellte, Krankenschwester gegen Schauspielerin, armer Syrer gegen armer Hartzer, jung gegen alt. Irgendjemandem geht es immer besser. Jaja. Na und. Natürlich kann ich rein theoretisch in der Stunde 100x mehr verdienen als eine Krankenschwester oder eine Paketbotin. Aber nicht jede Stunde, nicht jeden Tag. Oft baue ich jede Woche mein Krankenhaus neu und erfinde täglich andere Transportmittel für meine Paketdienstleisterfirma. Nach Abzug aller Kosten bleibt dann oft deutlich weniger als der Mindestlohn. Gelegentlich morphen meine Firmen vom EinFrauBetrieb zum Mini-Orchester und zurück. Ich begann meine Ausbildung mit vier Jahren, meine Berufstätigkeit mit sieben. Mein Pappa sagte immer gerne: „Während wir hier stehen und üben, verdienen andere Leute Geld.“

Wenn ich mal über die Einzelheiten meines Berufes spreche, will komischerweise immer niemand mehr mit mir tauschen.


Achja, die Kunst. Von den falschen Leuten gelobt werden, steht in unserer Stellenbeschreibung. Schelte kriegen auch. Auch von den falschen Leuten. Hm. Das sollte man eigentlich bereits bei der Aufnahmeprüfung für eine Kunsthochschule klären. Einer meiner Lehrer empfahl , konsequent Kritiken NICHT zu lesen. Die eigene Mobbingresistenz gelegentlich zu überprüfen und zu pflegen. Da habe ich mich brav dran gehalten. Er wusste natürlich nicht, dass es später das Internet und die asozialen Medien geben würde. Ich versuche, zwischen der öffentlichen Person, der Marke „Ingeborg Freytag“ und mir eine professionelle Distanz zu haben und zu halten. Naja. So help me god.

Blick vom Rondell in Sondershausen.

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