Künstlerische Interventionen

Am 28. Juni geleite ich gemeinsam mit anderen Aktivistinnen die Friedensstatue auf ihrem Weg von Leipzig nach Altenburg. Sie reist am Vormittag mit dem Zug ab. Die Friedensstatue ist ein Symbol der Hoffnung für die ca. 200.000 vor allem koreanischen Mädchen und Frauen, die im Zweiten Weltkrieg von Japans systematischen Entführungen und Zwang zur sexuellen Sklaverei als sogenannte „Trostfrauen“ betroffen waren. Und sie ist ein Symbol der Hoffnung für die Opfer sexuellen Terrors weltweit.

Ich werde mich zu ihr setzen und Rahmentrommel spielen, ein Instrument, was es fast überall auf der Welt gibt – verschiedene Kulturen, verschiedene Sprachen, verschiedene Namen, kreisförmig, recht- oder achteckig. Immer aber ein flacher, mit Fell bespannter Rahmen und immer ähnliche Spieltechniken. Seit dem Frühjahr 2021 sind Rahmentrommeln Teil meiner Musizierpraxis und praktischer Ausdruck meiner Hoffnung, dass es sich lohnt, immer wieder etwas Neues zu beginnen. Dass wir Aussöhnung, Austausch, kreative Auseinandersetzung, Schönheit und Frieden haben können, wenn wir uns dafür entscheiden. Dass Hass, auch Selbsthass, zu nichts weiter führt als zu noch mehr Hass. Dass Gewalt nur traumatisierte und von Hass und/ oder Selbsthass erfüllte Menschen produziert. Es gibt keine gute Gewalt. Nebenbei, es gibt auch keine böse Gewalt. Es gibt Ursachen, es gibt DenkenFühlenHandeln und Entscheidungen bzw. Konsequenzen. Den Teil des christlichen Abendlandes, der sich mit der Einteilung der Welt und ihrer BewohnerInnen in Gut und Böse beschäftigt, könnten wir getrost untergehen lassen. Ein paar Muslime, die die lebensfeindlichen Auslegungen des Korans entrümpeln, finden sich sicher auch und es wäre mal Zeit für Frieden in Palästina und die Abschaffung sämtlicher Ideologien, die Gewalt als Mittel zur Problemlösung verherrlichen. Ideologien sind Gedankenräume, die wir betreten oder verlassen können. Schlimm genug, wenn es nicht anders geht, weil mir nichts anderes einfällt. Ja, das ist dünnes Eis, ich weiß. Darunter lauert das Leben. Es heisst Mehrdimensionalität.

Zum Thema Sex-Zwangsarbeit in den Lagerbordellen hat Roswitha Baumeister gemeinsam mit Karin Kröll ein Gedenkzeichen/ einen Erinnerungsort im ehemaligen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück geschaffen. Am 1. Mai 2022, zum 77. Jahrestag der Befreiung des Lagers, konnte es eingeweiht werden. Lange haben die Überlebenden geschwiegen. Und lange hat es gedauert, dem Erinnern Raum zu geben.

Gedenkzeichen im KZ Ravensbrück von Roswitha Baumeister/ Karin Kröll – für die Frauen, die Sex-Zwangsarbeit leisten mussten

Wenn DU die Friedensstatue auch in Leipzig verabschieden oder in Altenburg begrüßen möchtest oder beides, schreib mir kurz, ich leite dann die entsprechenden Infos an DICH weiter.

Hintergründe zur Friedensstatue von der AG Trostfrauen

Hier der überaus lesenswerte Artikel der Uni Leipzig/ Japanologie zu Trostfrauen/Friedensstatue

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