Über die Grenze

Ach Franz. Vorgestern Nacht hast du dich davongemacht. Ohne Vorankündigung. Und wirklich, wirklich viel zu früh. Nun muss ich mein Solovioline-Livealbum ohne deine treue Unterstützung zuende bringen. Und mich ohne dich darüber freuen. Und unser wundervolles Trio THE HUMMING TREES ist Geschichte. Es ist zum weinen. Und ich tue es auch.

Ich habe deine stille, freundliche und kraftvolle Präsenz beim Spielen geliebt. Du warst uns allen ein Vorbild, dass zum Musizieren eben doch ein bisschen mehr gehört als flinke Fingerchen und dass ein musikalisches Miteinander nur dann wirklich funktioniert, wenn die Beteiligten einander zuhören, respektieren und auch im Widerstreit SoSeinLassen. Und sich on the road nicht auf den Zeiger gehen.

Was ist passiert? Hast du dich in der Tür geirrt in dieser Nacht? Leben oder Sterben? Hattest du ein Problem, von dem du niemandem erzählt hast? Wusstest du etwas über dich und deine Zukunft und Sterben war die beste aller Alternativen?

Ich bin froh über unsere kleine Konzert-Tour mit Humming Trees an der Ostsee im Juli und ich sehe uns in der Lukaskirche am 2. August bei den Aufnahmen für mein Soloalbum. Du warst einer der Menschen, die meine künstlerische Präsenz sehen, verstehen und ehren konnten, ohne sie auf ihr eigenes Mittelmaß heruntermackern zu müssen. Das hattest du nicht nötig. Du wirst mir fehlen. Du fehlst mir jetzt schon.

Es ist eine schwere Zeit gerade. Wir wissen alle nicht, wohin mit unserer Liebe und unserem Zorn, scheinbar geht es an jeder Ecke nur um Kohle, alles ist ausgehöhlt und ohne Sinn und die Machtbesessenen dieser Welt machen das, was sie wollen. Also eigentlich versteh ich dich sogar. Mach’s gut. Wir sehen uns wieder.

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