Wege zum Frieden

Hier verlinke ich aktuell zum Appell der „Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges/ Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V.“ an die Bundesregierung, in dem, wie ich finde, sehr klug und mit gebotener Sachlichkeit die notwendigen Schritte zum Frieden in Europa notiert sind. Du kannst ihn auch mitunterzeichnen, wenn du willst. Die Instrumentalisierung von Menschen mit Friedenstauben und hilfsbereiten Herzen, die Dämonisierung des russischen Präsidenten, der russischen Musik und überhaupt von allem was aus Russland kommt und die Verbreitung von Hass, Hetze und Hysterie in den Medien muss beendet werden. Wir sind alle aufgerufen, uns jeglicher Eskalation und Kriegstreiberei in Sprache und Handlungen zu enthalten. Das gilt natürlich auch für unsere gewählte Regierung. Die privaten, sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Menschen in Russland und der Ukraine sind vielfältig und nicht zu trennen. Der Krieg verursacht bereits jetzt unsägliches Leid und Verwüstung in den Menschenseelen.


Über die aktuell stattfindende Retraumatisierung der Menschen, die Krieg und Nachkriegszeit in Deutschland als Kinder durchlebt haben, wird zu reden sein.

Gut, dass wenigstens das Coronavirus auf Heimaturlaub ist.

Nie wieder Krieg

Ich bin fassungslos. Ich erwarte von meiner demokratisch gewählten Regierung, dass sie, wenn denn das Haus schon brennt, nicht noch Benzin hinterherkippt. Der russische Einmarsch in die Ukraine ist ein Verbrechen. Ja. Das ist ja klar. Aber dieser russische Einmarsch hat ein Vorgeschichte. Ich erwarte, dass sie mitbedacht wird. Wenn es hier überhaupt noch um Denken geht. Die gerade erwähnte Christel Hartinger sagte mir 2015: „Ingeborg, wir müssen aufpassen. Die Spalter sind unterwegs. Und die Kriegstreiber.“ Ich wuchs auf in einer Welt mit zwei hochgerüsteten Militärblöcken, einer wahnwitzigen Rüstungsspirale und der ständigen Bedrohung eines Atomkrieges. Welcher Blödmann hat nochmal gesagt, dass Geschichte sich nicht wiederholt?

Wie sie sich alle freuen, dass es endlich wieder losgeht. Und ja, das wird auch Auswirkungen auf Deutschland haben, aber das nehmen wir ja gerne in Kauf. Es geht doch um unsere Freiheit. Endlich lindnern lernen. Und baerbocken. Da erbleicht die Rahmentrommel und fällt aus demselben. Herr, wirf Hirn vom Himmel! Bitte!

Ich glaube, es war Luisa Teish: Liebste Göttin, schenk ihnen eine plötzliche Einsicht in die Konsequenzen ihres Tuns. Oder so, ich kann das Zitat grade nicht suchen, weil ich nicht bei dem Buch bin.

Die Wassergeister von Rügen wissen mehr.

Imagine … stell dir vor …

… und hör nicht auf, dir vorzustellen, es könnte Frieden geben. Zuallererst stirbt unser Vorstellungsvermögen, unsere Phantasie, unsere Kraft zur Imagination. Die Kraft, dem Gewebe andere Fäden hinzuzufügen. Der Krieg beginnt in MEINEM Herzen. Ich glaube fest daran, dass er genau dort auch endet. „Imagine“ wurde heute gesungen am Brandenburger Tor. „Imagine“ sang ich 2005 auf der Kundgebung auf der Bühne am Augustusplatz. Da standen die Sozialschmarotzer und waren fassungslos über die Einführung der Hartz 4 Gesetze. Christel Hartinger, eine Freundin, aufrechte Sozialistin und Friedensaktivistin, bat mich: „Kannst du kommen und singen, damit wir Mut haben, obwohl es dafür keinen Grund gibt?“ Ich erinnere mich gut an die Stimmung im Land, damals. Da war aber mal Schluss mit der sozialen Hängematte! Die Unbarmherzigkeit in den Herzen der Menschen, die doch genau eine unbezahlte Autorate und eine Firmeninsolvenz von derselben Situation entfernt waren, in der die Menschen waren, die sie verurteilten. Was ist das nur. Nun also wieder mal der Russe, die Terroristen, Hartzer, Flüchtlinge und Ungeimpften waren wohl zuwenig effizient als Feindbilder…. Diplomatie bedeutet, die Dinge vom Standpunkt des Gegners aus zu betrachten. Auch dann, wenn der Gegner das nicht tut! Wenn mir noch einmal jemand was von den westlichen Errungenschaften und zivilisatorischen Überlegenheiten faselt ….! Phhhh ….

“so hab ich mir das nicht vorgestellt als ich mir wünschte corona würde aus den schlagzeilen verschwinden und die virologInnen möchten doch bitte in ihre labors zurückkehren…“ So schrieb heute Luisa Francia.

Back to the sea

Auf dem Weg ans Meer und nach Berlin, ich freue mich so sehr auf inspirierende Begegnungen mit Mensch und Natur! Kurz innehalten in der ganzen Organisationsarbeit, die so viel, fast zu viel geworden ist … einen klaren Kopf gewinnen, neue Ideen generieren und Impulse aufnehmen. Ich habe grade ein neues Stipendium beantragt, übe Rahmentrommel und freue mich, dass ich wieder mal verstehen darf wie es Beginner!nnen geht. Und Menschen, die sich autodidaktisch was einüben, was erstmal ganz gut geht, aber leider später nicht den Deckel nach oben öffnet. Kshhhh …

„Zwischenwelten – ein experimentelles LiveHörSpiel“, mein Projekt mit Maria Schüritz nimmt Gestalt an. Zwischenraum. Zwischen den Fronten. Zwischen den Generationen. Zwischen den Stühlen. In der Zwischenzeit. Zwischenablage. Der Unterschied zwischen hops und plops. Leer-Raum füllen. Neue Möglichkeiten erfinden und erproben.

Der geplante Livestream wird gemorpht. Näheres bald hier oder unter https://ingeborg-freytag.de/veranstaltungen/

Das Leben ist schön. Man muss es nur lassen.

Mein Tag begann gestern mit Frühstück bei Pappa und einem Videocall aus Madagaskar. Pappa muss seine verletzte Hand wieder beweglich machen (wie ginge das besser als mit geigen 😉) und Ricky sitzt in seinem Studio und versucht die Hoffnung zu behalten. Ich glaube immer noch daran, dass das Internet eine schöne Sache ist. So ähnlich wie ein gut scharfes Brotmesser …. jedenfalls über 10000 km einem lieben Kollegen und Freund Hallo sagen zu können, ist toll!

Olombelo Ricky

Unser neues Album „A Pocket Full Of Songs“ von „The Humming Trees“ ist fertig. Diese Band ist ein echtes Corona-Baby. Wir haben nicht aufgehört zu arbeiten, 2021 sogar ein paar Konzerte gespielt, ein Album aufgenommen und unsere Bandphilosophie gestärkt. Und ja, es gab finanzielle Unterstützung. Da kann man nicht klagen, selbst wenn man will. Wir sind alle drei zufrieden mit dem Ergebnis, das gibts ja auch nicht oft. Zufrieden heißt einig miteinander und unserer gemeinsamen Musik. Phönix aus der Asche ist sicher ein hilfreiches Bild. Wobei die Verwandlung/ der Neubeginn/ die Auferstehung/ die Wiedergeburt eben auch ganz handfeste Arbeit und energetischen Einsatz auf der materiellen Ebene bedeuten. Motto: Bete darum den Bus zu kriegen und dann renne was du kannst.

Alltagspoesie in Thüringen

Die neu gefangenen Töne landen erstmal in meinem Soundarchiv – danke an die GEMA/ Neustart Kultur/ Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, deren freundliche Unterstützung mir aktuell die Weiterarbeit daran ermöglicht! Ein paar Fotos von der Bildkunst KG, dem kleinen Eckchen aus dem Garten meiner Zweitbegabung 😉

Baumgöttin im Hainich

Pelze Multimedia

Apropos Womyn’s Land – kam doch gleich der Filmtip zum Thema:

https://berlinischegalerie.de/ausstellung/virtueller-videoraum/

Katharina Voß und Janin Afken erinnern in ihrem Film „Subjekträume“ an „Pelze Multimedia“ (1981 bis 1996 in Berlin), einen Ort, der es Frauen* ermöglichte, lustvoll gesellschaftliche Normen hinter sich zu lassen und Weiblichkeit* individuell zu definieren.

In Interviews mit drei der Protagonist*innen (Roswitha Baumeister, Ursula Bierther und Mahide Lein) wird klar, welche Sonderstellung das Pelze mit seiner Offenheit für verschiedene Lebensformen und Formate auch innerhalb der Frauenbewegung der damaligen Zeit hatte.

Ich bin froh, dieses einzigartige Gewächshaus noch kennengelernt zu haben. Nein, es war nicht alles schlecht an der Wiedervereinigung! Mit Roswitha Baumeister verbindet mich eine nun ca. 30 Jahre dauernde Künstlerinnenfreundschaft. Damals habe ich viele wunderbare Frauen aus Westberlin/ Westdeutschland kennengelernt, mit denen ich wahrhaftigen Austausch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede pflegen konnte. Dass Risse in einer Gesellschaft niemals vertikal, sondern horizontal durch alle Schichten verlaufen, war mir schon vorher klar. Nach 89 musste ich dann zügig meine Verbindungsformen und meine Art, Kontakte aufzunehmen, prüfen und siehe da: Ich konnte einfach so weiter machen. Nun etwas bewusster vielleicht in die Essenz der Menschen spüren. Celebrate Diversity.

Und eine Nachricht aus dem „pandemischen Exil“: Vielfalt ist eine Ressource, die wir auch in Krisenzeiten brauchen. Möglicherweise gerade dann. Besonders wenn der Feind so vielfältig in Form, Auftritt und Wirkung ist wie König Omikron und seine Corona.

NIEMANDSLAND

Soviel ist passiert und ich arbeite ja auch meine Arbeit, lebe mein Leben und versuche nebenbei zu scholzen, zu lauterbachen und zu kretschmern. Und Und. Nicht einfach, das alles. No man’s land. Woman’s land. Womyn’s land.

„Niemandsland“ ist wie geplant eine Online-Präsenz geworden. Willkommen! Seit dem Abend des 23. Januar 2022 ist „Ingeborg Freytag – Niemandsland – Grafische Arbeiten & Musik“ online! 

NiemandsLand – Ingeborg Freytag

Ursprünglich als klassische Ausstellung mit Musik zur Eröffnung geplant, freue ich mich nun über eine gelungene Transformation. Es war/ ist/ bleibt mir ein Herzensbedürfnis und eine Frage der Ehre, möglichst allen Interessierten meine Kunst zugänglich zu machen – unabhängig von Herkunft, Alter, Gesundheitszustand, finanzieller Ausstattung, Wohnort oder Taufurkunde. . . . .
Unter einer Auswahl meiner Bilder, entstanden in den letzten 4 Wochen, ist eine gut 13minütige Komposition von mir zu hören. Die verwendeten Field Recordings stammen aus 2020/ 2021 – aus Berlin, Leipzig, Weimar, Lietzen, Markkleeberg und von der Insel Rügen. Einem großen Kreis von Menschen bin ich zu Dank verpflichtet, einige von ihnen sind im Abspann erwähnt. Sie haben in den letzten knapp zwei Jahren mit mir geprobt, geübt, herumgesponnen, Projekte realisiert, mich ermuntert und unterstützt. So stehen wir nun trotz allem gemeinsam in einem großen, offenen und freien Raum!

„Niemandsland. Der Ort wo die schlimmsten Verbrechen und die grössten Wunder geschehen können. Herrenlos, unbewirtschaftet, ungepflegt, unwirtlich, zwischen den Fronten. Unnütz. Niemand hat Zugriff auf deine Realität. Und du allein gestaltest sie.“ (IF)

Ich danke der GEMA/ Neustart Kultur/ Bundesbeauftragte für Kultur und Medien für die freundliche Unterstützung!

Ein neues Jahr

Die Langfassung meiner Gedanken zu 2022. Ein seltsames Jahr ist vorbei. Schon lange beobachte ich, wie wenig Raum zwischen Hysterie und Ignoranz oft bleibt. Ein kraftraubendes HinUndHer, keine Zeit für nüchterne und sachliche Betrachtung, für ruhiges Abwägen aller Fakten. Für eine bekennend inklusiv/ integrativ arbeitende Person wie mich ist es eine Qual, psychologischen Tieffliegern bei der Arbeit zuzusehen. Werden sich aufgeregte und verängstigte Menschen beruhigen, wenn ich sie verspotte und beschimpfe und ihnen sage, dass ihre Aufregung vollkommen grundlos ist? Wohl kaum. Wenn ich mich im medialen Raum umschaue, sehe ich die Angst vor dem Tod. Die Angst vor der Bedeutungslosigkeit, vor dem Verschwinden, vor dem Machtverlust, der Auflösung und der Impotenz. Alle Zerstörer in der Geschichte haben zerstört, weil sie nicht in der Lage waren, etwas zu erschaffen. Leben, Schönheit, Heilung, liebevolle Berührung, ein gutes Essen, eine wirksame Musik, ein sauberes Kinderzimmer. Alle Tyrannen wurden irgendwann von ihrer Gefolgschaft verraten und alleingelassen, weil sich eben auch Loyalität und Unterstützung nicht mit Gewalt, Manipulation und Unbarmherzigkeit erzwingen lassen. Viren besiegen wollen – wie lächerlich. Was für ein sinnloser Krieg. Und wie fern jeder forschenden Vernunft. Wenn wir es hören könnten, das kosmische Gelächter der Wesen rundherum über uns Menschen muss grandios sein!

Ich wünsche uns allen die Kraft der Kreativität. Hineinfühlen in eine Situation, ein Material, einen Gedanken, einen Klang und sich ausdehnen in unbekannte Räume. Still, bewegungslos und aufmerksam die Inspiration/ den Impuls/ den Funken begrüßen und dann beherzt und unbeirrt zugreifen. Das Eigene wirksam verteidigen gegen Selbsterniedrigung und lieblose Beurteilung. Freundschaft, Loyalität und solidarisches Handeln im Herzen behalten. Den Kojotenkopf aufsetzen – tricksen, tarnen, verstecken, verwirren – um neue Erkenntnisse und neue Räume zu gewinnen. Sich zur Not auch mal selbst austricksen. Atmen und zulassen. Ehrgeiz ist ein Sport. Wandeln, wenden, transformieren, kämpfen. Lachen, in Spiralen tanzen, Haken schlagen. Und lösen/ loslassen, wenn es keinen Spaß mehr macht. 

Kojote ist der Trickster. Menschen (und Götter) mögen es gerne ordentlich, die Trickster bringen die Veränderung. Es gibt sie in allen Kulturen. Kojote, Rabe, Spinne, Reinecke Fuchs, Loki, Eshu/ Legba, Prometheus – sie bringen so nebenbei alles durcheinander und du weisst nie, ob sie es mit Absicht tun, oder einfach zu blöd sind, es richtig zu machen. Oft stolpern sie dabei noch über die eigenen Füsse. Kasper, Clown, Dummling, Eulenspiegel, Nasreddin, Schwejk, Mephisto sind kulturelle Verwandte. Provozieren, Grenzen übertreten, die Gestalt wandeln. GutBöse, KlugDoof, SowohlAlsAuch. Und nein, nett sind sie nicht, sie fressen auch kleine Kinder.

Na dann. Brich die Regel, wenn du musst. Die Kreativen werden überdauern.

Mut zum Übermut

Mein altes Jahr habe ich vorhin in der Ostsee mit einem Jauchzen dem immerhin 2 Grad warmen Wasser anvertraut. 🥶 (Luft waren 10) Heute früh zog ich den Kojoten aus den Krafttieren, während ich über den Kojoten in meiner Neujahrsmail schrieb, naja. Und was sagt er, na – dass das Alte sich erst auflösen und verabschieden muss, bevor das Neue sich entfalten kann und sichtbar wird. Phhh. Die Weichen sind gestellt, schauen wir mal. Vorsichtshalber habe ich trotzdem meine Ausstellung im Januar abgesagt und auch die Konzertlesung mit Mona Ragy Enayat im Februar. Wir werden alles morphen, verschieben, umplanen……… irgendwann. Ich bin ja nun zwar Künstlerin, aber nicht komplett bescheuert – mit viel Aufwand etwas vorbereiten, was nach aktuellem Stand nicht viele Chancen hat, stattfinden zu können … nein. Da übe ich lieber Rahmentrommel. Und freue mich an meinem Stipendium 😎

Alles Gute, Gesundheit und Mut!

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