In der Schönheit gefangen

… bleibe ich auch immer dann, wenn ich es nicht wahrhaben will. Wenn ich das Wahre nicht haben will. Wenn ich stattdessen, dumm wie ich bin, gerne etwas anderes hätte. Wenn ich nicht sehe was ist. Das Offensichtliche. Ein bisschen ist es immer wie beim Anfang zwischen zwei Liebesleuten: alle rundherum sehen es, fühlen es, spüren die leuchtende Verbindung. Nur die beiden Hauptpersonen sträuben sich noch ein wenig 😉

Ich bin soooo ungeduldig. Am liebsten hätte ich, wenn ich es kurz nach dem ausdenken schon gemacht und fertig habe. Zackbumm, hätte Franz gesagt. Ist es schon Materie, bevor der Gedanke in die Realität kommt? Ich sitze halt immer mal da und mir fehlt der Glaube. Das Vertrauen. Und dann geschehen Dinge und ich denke: Ist doch egal, ob du glaubst und vertraust. Es geschieht trotzdem. Das ist für eine bekennende Anhängerin von Erfahrungsreligionen natürlich wunderbar!

Also: Mein Soloalbum „Passage“ erscheint am 1. Februar 2023 (pünktlich zu Imbolc/ Brigid …. ) Bis dahin arbeite ich häppchenweise die Aufträge meines Labelchefs ab. Am 1. März eröffne ich meine Ausstellung in Altenburg – hier schon mal DANKE an alle meine großartigen Künstlerkolleginnen/ Künstlerfreundinnen aus der Bildenden Kunst, die mich und meine grafischen Arbeiten ernst nahmen und nehmen! Ihr habt mir so unendlich viel geholfen. Und ja, es waren Frauen, die mir geholfen haben und helfen. Nix Flinta, Finta, Trallala. Ich persönlich finde das Thema gar nicht so wichtig. Viel wichtiger fände ich, dass meine schwarzen Schwestern und Brüder endlich selbst entscheiden können, ob sie weiss sind.

Ingeborg in der Inselgalerie Berlin 101122 ( Foto von Efacts Photography/Frank Lassak)
Ingeborg zur Slawischen Nacht in der Moritzbastei 051122 (Foto von Bartek Kiszka)
Ingeborg in ZWISCHENWELTEN (in der Galerie Stritz) 191122

Lest das großartige Buch von Sharon Dodua Otoo „Adas Raum“!!

„Zwischenwelten“ Livehörspiel mit Ingeborg Freytag und Maria Schüritz

Wir spielen unseren Mix aus fixen Songstrukturen und Deutschliedersoul, spoken poetrys und Momentmusiken mit Maria’s Upcyclophonen und Ingeborg’s Looper-Kette am 19. November in der Galerie Stritz in Leipzig/Stötteritz. Das ist nun ein Stadtteil, der eher nicht für abgefahrene kulturelle Ereignisse bekannt ist. Das lässt sich ändern. Wenn mutige EreignisveranstalterInnen und geneigte Publiwitsche zusammenkommen, vorzugsweise am selben Tag zur selben Zeit. Wir freuen uns auf euch! Bitte weitersagen/ teilen/ herumposaunen!

Einlass ab 18.00, Beginn 19.00 in der Breslauer Str. 14! Willkommen!

mehr Infos

Frau/ Leben/ Freiheit – Konzert für den Iran am 3. Dezember

Dreistromland feat. Friedrich Glorian (mein Spielgefährte von ingwerland)! Wir glauben fest daran, dass Kunst und Musik transformatorische Kräfte sind und transformatorische Bewegungen/ Befreiungsbewegungen/ Revolutionen unterstützen (oder sogar auch initiieren?) können. Unsere Herzen sind bei den tapferen Menschen (im Iran und überall), die sich gegen Vereinnahmung, Instrumentalisierung, Ausbeutung und Vernichtung ihrer lebendigen Gefühle und Ideen wehren. Unser Ausgangspunkt ist ein Ort der „Friedlichen Revolution 1989“, die Lukaskirche in Leipzig. Wir spielen Momentkompositionen und intuitive Musik mit Zitaten vom Nahen und Mittleren Osten.

Wir müssen die Lebendigkeit feiern. Was sonst sollen wir tun. Komm vorbei und sei mit uns.

Kostrzyn nad Odrą – Wüstung seit 1945

Und ja: Wir brauchen deine Spende, für Fahrtkosten, Werbung und Technik. Wir wollen nicht reich werden oder ein goldenes Klo installieren … Obwohl 😉 — Vielleicht ja doch???

Demnächst schreibe ich hier was über den „Energieausgleich“! Wälz/ Schüttel/ Hüstel/ Würg ….

Hier Jetzt Gestern Gleich

Vor mir liegt ein buntes Wochenende mit einem Workshop zu westafrikanischer Trommelmusik für Fünfte-Klasse-Kids, der Slawischen Nacht in der MB LE als Gast bei Kupazukow (wir spielen zum Tanz und ich freue mich auf Tribal Dance), dem Tribute-Konzert für Franz, auch in der MB, (ich spiele mit Humming Trees, Three Forks und Solo) und meinem (1.) Rahmentrommelworkshop. Ich versuche grade, mir Musik für die unterschiedlichen Aufgaben anzuhören und dabei möglichst nicht durcheinander zu kommen. Geige, Riq, Davul, Bendir —– phh.

Uta-Jens-Ingeborg-Olga

Was mich stärkt

… da Krieg ja nunmal nicht kreativ macht und wir offiziell in eine neue Epoche eingetreten sind, in der ein Atomkrieg führbar ist und ich meinen Hass auf alles, was nicht direkt genauso ist wie ich, ohne Grenze ausleben darf (das war vorher ein NeoNaziPrivileg) …..

Dass ich meine wunderbare Kollegin MFA Kera beim Parlament der Bäume singend wiedertraf.

Ingeborg Freytag und MFA Kera 2022

Dass ich immer wieder Menschen begegne, die ihren Verstand nicht in Insolvenz schicken wollen und nach Strategien forschen, wie dem allgemeinen Kriegsgeheul zu begegnen sei. Wenn ich es nicht mehr schaffe, zu denken und zu fühlen OHNE für oder gegen Kriegsgeheul zu sein, bin ich mittendrin im Spiel – ich bin der Herr, deine Ideologie, du sollst keine anderen Ideologien haben neben mir und dein Geist soll verdunkelt sein, sodass du die moralische Zwickmühle wahrhaftig als Kampf zwischen gut und böse siehst und dann komme ich mit der einzig wahren Wahrheit und du musst dich nie wieder schlecht fühlen, weil du dich nie wieder entschuldigen oder aus der Geschichte lernen musst und überhaupt! Wir sind wieder wer! Die deutschen Waffen soll die Welt begaffen!

Gedenkstätte Ravensbrück

Dass ich eins wirklich genau weiss: Wenn der Russe kommt, dann packe ich meine Geige aus und spiele Podmoskownyje Wetschera. Und 30 oder 50 Jahre später dreht dann jemand einen Film, der heisst nicht der Pianist sondern die Geigerin. So.

Ingeborg Freytag und Valeri Funkner

Dass ich überall wo ich bin oder hinfahre, frische Kräuter, Gemüse und Obst finde und mich mit der lebendigen Natur verbinden kann – beim Essen, Laufen, Horchen, Sitzen und Denken.

Dass meine Freundinnen über Häuser, Grundstücke, Öfen und Infrarotsaunen verfügen und ihren Reichtum großzügig mit mir teilen.

Die Künstlerin verschwindet hinter ihrem Werk

Dass ich meiner madegassischen Musikerfamilie immer mal helfen kann, mit Geld, Papieren, Worten, Musik und Präsenz.

Kraniche, Gänse, das Ende der Welt und das Konzert für den Iran

Grade ist mir wieder sehr bewusst, dass ich mich in der Landschaft der Endkämpfe des 2. Weltkriegs befinde. Passend dazu wird am nahen Schießstand geschossen. Morgen besuche ich die Gedenkstätte, so wie immer alle ein bis zwei Jahre. Das Kranichvolk versammelt sich am nahen Fließ, ab und an überfliegen Gänse den Hof. Aus dem Leihregal im Bioladen kommt aktueller Lesestoff: Eine Biographie von Alma Mahler (von Francoise Giroud), klassische jüdische Witze von Salcia Landmann und „Ideen, um das Ende der Welt zu vertagen“ von Ailton Krenak, einem brasilianischen Indigenen, da gefällt mir schon beim Reinlesen der Perspektivwechsel, bei uns auch gerne Relativieren genannt. Wir haben halt keine Ahnung, dass die Welt als erstes mal umgeträumt und neu gedacht werden muss. Danach kommt das Gerede, mit dem alle Revolutionen beginnen. Ja, ich darf darüber reden, dass dieses Land, diese Landschaft, seit Jahrzehnten jedes Jahr Knochen von toten Soldaten ausspuckt. Knochen von Männern aus Deutschland und Knochen von Sowjetbürgern. Damit mache ich das Leid der Menschen in den aktuellen Kriegen nicht kleiner. Und: Wie hoch war eigentlich der Anteil der „Flintenweiber“? Ui – da sind sie wieder, die Flintas. Tut mir leid, ich bin Musikerin, ich höre den Klang der Worte, bevor sich mir der Sinn erschließt. Und dann finde ich den Sinn öfter zum Lachen. Also: Waffenruhe. Und hinsetzen und reden. Ist mühsam, ich weiss. Viel Lebenszeit verbringe ich damit, Menschen zuzuhören, mit ihnen zu sprechen, sie zu motivieren, das ihnen Mögliche zu tun – Infos hin- und herzutragen und ganz am Ende zu akzeptieren, dass sie sich nicht nach meinen Wünschen richten. Je mehr meiner Hingabe und je weniger meines Egos im Spiel ist, umso erfolgreicher bin ich in der Regel. Ist es das, was die Ahnen meiner Vaterfamilie als Diplomaten in St. Petersburg taten?

Noch schnell ein Bäumchen pflanzen!

Und am 3. Dezember 2022 gibt es „Frau/ Leben/ Freiheit“, ein Konzert für den Iran in der Lukaskirche Leipzig. Bitte vormerken!

Sonne und Wind

… Kaffee, Kraniche und gestern Abend ein warmes Stübchen mit Holzbriketts. Kürzlich las ich, ob wir uns nicht wenigstens eine Gegenwart schaffen sollten, wenn wir schon keine Zukunft haben. Da ja niemand weiss, was morgen ist, wäre das für Jetzt auf jeden Fall das bessere gedankliche Konstrukt. Ich hatte gestern vorm Abflug noch ein angenehmes und informatives Erstgespräch mit meinem neuen Labelchef über alles was noch zu zun ist, damit mein GeigenSoloAlbum veröffentlicht werden kann und über die lächerlichen Windungen des Musikbusiness, denen ich mich in diesem Fall nicht entziehen werde. 2-3 „offizielle“ Veröffentlichungen und dazu 1-2 in Eigenregie, und so weiter und immer schön im Wechsel zwischen Anarchie und Anpassung, so denke ich mir das. Die Inhalte passen ja eh in kein Schubkästchen, hihi. Und welche Musik wir gut finden, hören und kaufen, steuern schon länger Algorithmen. Da sollten wir uns weder als Kreative noch als NutzerInnen irgendwelchen Illusionen hingeben. Egal. Irgendwann werden sich die Algorithmen wieder in Algenrhythmen verwandeln, Narr-ative (alle!) werden in das närrische Feld einsinken, wo sie hingehören und alle Flintas gehen als echte Töchter von Käpt’n Flint auf Kaperfahrt, statt ihre TräumeSchmerzenSehnsüchte benutzen zu lassen wie einen parfümierten Putzlappen. Und Schwupps ist die Hauptstrasse ein Spielplatz. Und über Krieg werden wir lachen. Wie dumm wir damals waren …..

Immer wieder einen Besuch wert, die „Gärten der Welt“ in Berlin Marzahn.

Ich surfte im Netz

… so für mich hin und nichts zu suchen das war mein Sinn. Nein, eigentlich wollte ich den Sinn eines Begriffes überprüfen und fiel prompt in eine Seite von Menschen, die sich mit Spaziergängen, moderner Pilgerfahrt, Medizinwanderungen, Walkabouts beschäftigen und dies auch nachhaltig orientierten Firmen anbieten. In Verbindung mit div. Teambuilding-Tools von Somatic Experience und Wildniserfahrung bis Achtsamkeitstraining. Eine Woche später hatte ich ein für beide Seiten äußerst inspirierendes Telefongespräch mit einem der Gründer. Zügig wurde uns klar, dasss wir mit herzlicher Hingabe dieselbe Sache bearbeiten und ich mit den Strategien der musikalisch-künstlerischen Berufe möglicherweise ein wertvolles assoziatives Mitglied werden könnte. Mal sehen! Jedenfalls, ich bin nicht allein mit dem, was ich mir unter Unternehmenskultur vorstelle und was ich in meinen Events und Trainings fokussiere. Und es gibt dafür immer wieder und immer weiter Partner in Wirtschaft, Industrie und Organisationen. Irgendwo muss man ja anfangen. Oder weitermachen. Die Atombombe ist auch keine Alternative. Die in diesem Zusammenhang beobachteten Ankündigungen des erweiterten Suizids würden normalerweise die Umgebung in höchste Alarmstimmung versetzen bzw. eine Einweisung nach sich ziehen. Zum Schutze des Patienten und der mitzunehmenden Nächsten. Aber für PolitikerInnen gilt das offenbar nicht.

Ja. Es fällt mir sowieso schwer, zu akzeptieren, dass auch Zerstörung ein kreativer Akt sein kann. Ich finde, das dürfen wir getrost der transformatorischen Energie der dunklen Göttinnen bzw. besser den dunklen Aspekten von Mutter Leben überlassen. Menschen sollten da nicht drin herumpfuschen. Auch keine Männer. Oder Frauensternchen. Niemand.

Ich liebe diese kleinen deutschen Texte mit kyrillischen Buchstaben! east pride – hihi!

Und: Eine kleine Anekdote vom „Highway To Hate“! Eine junge Frau kommt in den Club marschiert und bläkt: „Habt ihr etwa immer noch White Russian auf der Karte???“. Darauf faucht die Chefin: „Schon mal was von Big Lebowski gehört?“ (das war 1998 ein wunderbarer Film der Coen-Brüder, zu den Entspannungstechniken des Helden gehören neben Bowling mit Freunden und dem Anhören von Walgesängen auch das Trinken von White Russians =

  • 5 cl Vodka
  • 2,5 cl Kaffelikör
  • 2,5 cl Sahne)

Die Aggro-Braut wusste das alles natürlich nicht. Wenig später gelang es, sie auf dem Damenklo bei schwerem Drogenmissbrauch zu ertappen und alsbald mit großer innerer Schadenfreude an die Luft zu setzen. Ach ja, Geschichten die das Leben schreibt, sind schwer zu überbieten ….

Durch den Morgennebel

…. auf der Rückfahrt aus MeckPomm, wo das einzige Geräusch nachts die einzeln in die Regentonne fallenden Wassertropfen sind. Auf der Hinfahrt besuchte ich die Gedenkstätte Ravensbrück und Roswitha Baumeisters Denkzeichen für die Frauen, die in den Lagerbordellen Sexzwangsarbeit leisten mussten.

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