HEUTE 210721

Gestern und heute unterwegs im Vorbereitungsmodus für OpenArtLausitz. RoB meinte, das wäre so ein schönes Datum heute. Gestern Nacht musste ich drei Mücken erschlagen, bevor ich dann schlafen konnte…. phhhh.

Heute also an der F 60, Abraumförderbrücke und Bergbaudenkmal in der Lausitz. Gigantisch. Ich fand einen klingenden Zaun. Gestern warfen die Atelierhof-Frauen ungeordnet Steine in einen Container. Ich fürchte, es werden soviel Töne, dass ich zu unserer Performance am 6. August gar nicht alles verarbeiten kann. Egal. Ich bin dankbar für alle Erlebnisse und Erfahrungen im Moment! Für das vertiefte Hören und das vertiefte Nachdenken darüber, was ich eigentlich tue, wie genau das heißt, wer ich bin, woher ich komme und warum ich tue was ich tue und bin, die ich bin.

Auf das Leben, die Liebe und die Kunst – auf unsere Vielfalt, die überdauern wird.

Die eigene Art

Ein Zitat von Luisa Francia, vom 16. Juli 21: „Das problem mit der eigenartigkeit (die eigene art finden und bewahren)ist dass die stimmen von aussen so laut sind und die stimme der intuition ist so fein und leise, manchmal kaum wahrzunehmen. Dafuer brauchts  das alleinsein, stille und zeit. Einsam wird man entgegen der allgemeinen angstmache nicht allein, im einklang mit sich selbst, sondern mit menschen, die eine/n nicht achten.“ Auf salamandra.de gibt es mehr.

„Utopische Tafel“ am 24. Juli 2021 ab 15.00 in der Frauenkultur LE

Schöner Workshop heute! Trommelmusik von den Susu/ Guinea, neunstimmig, wieder spielen zu können – schön. Natürlich vergaß ich, meine Teilnahme an der Utopischen Tafel am 24. Juli zu erwähnen und dazu einzuladen. Das sei hiermit nachgeholt! Utopische Tafel Süd

Ich bin als Aktivistin der 80er und 90er gefragt, meine Erinnerungen/ Geschichten über innere und äussere Widersprüche zu teilen, um aus den Erinnerungen an Vergangenes möglicherweise Visionen für die Zukunft zu basteln. Alle Revolutionen beginnen mit Gerede. Ziel der Stadtteilgruppen ist die Vorbereitung des dezentralen Statt- Lichtfestes im Oktober. Bisher ging das Lichtfest ja an den Bürger!nnen von Leipzig vorbei und ebenso an den Leipziger Künstler!nnen, die vor und nach 89 aktiv waren. Und sind. Erinnerungskultur heißt eben auch gut achtgeben, wer möglicherweise versucht, Vergangenes zu instrumentalisieren oder daraus Kapital zu schlagen. Oder beides.

Ich lese grade, in Vorbereitung der OpenArt Lausitz „Ich schimpfe nicht, ich sage nur die Wahrheit —- Eine Ethnographie des Unmuts am Beispiel der Bewohner des Elbe-Elster-Kreises/ Brandenburg“. Mir gefällt ja die Idee, mal zur Abwechslung die Dinge zu betrachten wie eine Ethnologin oder Volkskundlerin, schon immer.

Und die „Gespiegelte Zeit“, Abschlussveranstaltung des GEDOK-Kunstsymposiums, war so schön! Tolle Begegnungen mit den Performances der Kolleg!nnen, tolle seltsame Musik, Glücklichsein, Dankbarsein.

Naja. Kann man ja nicht oft genug sagen. Strukturen, die auf Unterdrückung, Ausbeutung und Zerstörung abzielen, schaden uns allen. Und wer aktuell genug Kohle hat, um jeglichen Schaden woanders hin zu wälzen – zu dem kommt irgendwann das Wasser, der Wind, das Feuer, der Sturm, der Vulkan, der Erdrutsch. Auch Gewalttäter werden Kompost. So. Dazu passt das Lied von Olombelo Ricky und Olombelo Freytag für die Ahnen und Ahninnen, die Frauen und Männer, Tiere, Pflanzen, Steine, die vor uns waren. Und immer noch da sind. Hier sind. In dieser und anderen Welten.

Sequoia Music

Meine Kommunikation mit dem Mammutbaum im Caspary-Garten/ Schönstattzentrum in Trier. Der Stammdurchmesser der Sequoias in Kalifornien kann ca. 7 m betragen. So gesehen hab ich mich also in Trier mit einem Baby unterhalten. Gestern Abend redete ich viel mit einem Kollegen, über Musik, übers Unterrichten, übers Üben, übers Komponieren und über die Sehnsucht, sich mitzuteilen – zwischendurch spielten wir einen wilden Mix aus Rahmentrommel-Grooves und afropäischer Trommelmusik. Der Begriff „afropäisch“ stammt ursprünglich von der belgisch-kongolesischen Musikerin Marie Daulne (ZAP MAMA) und steht für afrikanischstämmige Menschen, die in Europa leben – rund 30 Millionen sollen es heute sein.

Natürlich kam die Frage auf, was ist Jazz. Ich erzählte, dass ich froh bin, bei RTA Madagaskar schon mal meine Meinung dazu dargelegt zu haben. Hier etwas von Dave Brubeck zum Thema, direkt aus meinem Herzen: „Es gibt einen Weg, sicher zu spielen, es gibt einen Weg, Tricks zu benutzen, und es gibt den Weg, wie ich spiele: der gefährliche Weg, auf dem du Fehler riskierst, um etwas zu schaffen, was du nie vorher geschaffen hast.“

Dreimal Wunderbare Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt.

Was ich gerade tue

Die Realität fangen und so lange schütteln, bis zumindest ein paar Illusionen herausfallen. Über beide Begriffe und deren Inhalte lässt sich trefflich streiten. Ich dehne die Räume zwischen Innenwelt und Aussenwelt und praktiziere mal wieder die Übungen von Pauline Oliveros. Aus den aktuellen Studioaufnahmen sollen mindestens zwei neue CD’s werden. Ich arbeite gerne nach der Paul-Klee-Methode, der immer 3-5 Bilder gleichzeitig malte, mal hier ein Stück, mal da ein bisschen.

Wir sitzen bei der Probe und frotzeln herum, dass die Künstlerverträge der Zukunft ganz einfach sind. Zwischen Vertragspartner 1 und Vertragspartner 2 wird vereinbart: die Veranstaltung findet statt oder auch nicht. Unsere Berufsgruppe und unsere Arbeitspartner!nnen in der Kulturwirtschaft können ja jederzeit wieder runtergefahren und mit Verboten belegt werden. Da braucht es völlig neue Formate. Die Menschen, deren Berufs- und Arbeitsethos mich mitgeprägt hat, arbeiteten teilweise schon vor dem Krieg im Variete. Damals war eine Zusage eine Zusage, die mit Handschlag bekräftigt wurde. Als Entschuldigung für NichtAuftreten galt nur der eigene Tod. Ansehen erwarbst du dir durch Loyalität und Wahrhaftigkeit den Arbeitspartner!nnen gegenüber. Diesen Grundvereinbarungen konnten auch Kriegs- und Nachkriegszeit und die darauf folgende Partei, die immer recht hatte, nichts anhaben.

Türen gehen zu. Türen gehen auf. Fenster erscheinen. Schatten tauchen auf. Schatten verschwinden. Probleme erledigen sich selbst. Menschen kommen in mein Leben und werden schnell wie ein Augenblick zu neuen Weggefährt!nnen. Eine seltsame Zeit. Als hätten wir alle keine Zeit mehr. Ich wechsle zwischen tiefer Klarheit und flirrender Unruhe. Folge den Zeichen. Hör zu. Walk In Beauty.

Buchenfoto und neue Veranstaltungen

Hier wie versprochen, das Foto hat Walter Baumeister gemacht. Alles da, die prächtige Buche, Ingeborg mit Geige, dahinter die Marienkapelle und davor die Rahmentrommel. Was will man mehr!

Es lohnt ein Blick in meinen Veranstaltungskalender. Ich dachte gestern, mach dir mal Mut, Ingeborg Freytag, so schlecht sieht es gar nicht aus. Und es naht 2022 und mein 50jähriges Bühnenjubiläum. Der Auftakt für das Jubeljahr ist am 23. Januar 2022 – ich eröffne meine Ausstellung „Walk In Beauty 2022“ in der Frauenkultur. Sprechen wird Mona Ragy Enayat, Musik kommt von Ingeborg Freytag und Nora Thiele.

Im Juli und August diesen Jahres tue ich spannende interaktive Dinge im Performance-Bereich und „The Humming Trees“ eröffnen ihre Konzertsaison. Willkommen, wo und wie auch immer!

Die Blutbuche

Vor einigen Jahren recherchierte ich schon einmal, werweisswarum, über die Blutbuche. Nun wurde sie wieder Thema, weil im Park vom Schönstattzentrum ein besonders schönes Exemplar wohnt und ich bekannt gab, dass alle Blutbuchen der Welt von einem Mutterbaum aus meinem Kinderwald in der Hainleite stammen.

Quelle ist ein gut belegter Wikipedia – Artikel. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Blutbuche

„Die Blut- oder Purpurbuche geht auf eine Mutation einer Rotbuche zurück. Rund 99 Prozent[2]aller heute existierender Exemplare sollen auf die Mutterblutbuche aus dem Jahre 1690 aus dem Possenwald auf der Hainleite nahe der thüringischen Stadt Sondershausen zurückgehen. Rund um den Baum keimten die sogenannten 11 Schwestern, bei denen die Zucht der Blutbuchen gezielt begonnen wurde. Die Pflanze fand europaweit Interesse, sodass u. a. auch ein sehr früher Abkömmling im Londoner Hyde Park zu finden war und sich von dort aus die Blutbuche weiter ausgebreitet hat.

Unter dem jagd- und forstbegeisterten Fürsten Günther Friedrich Carl II. von Schwarzburg-Sondershausen (1801–1889) untersuchte der 1823 als Forstmann eingesetzte Eduard Michael den Mutterbaum. Im Jahr 1841 wurde veröffentlicht, dass der Ursprungsbaum zu jener Zeit 27 Meter hoch war und eine Stärke von 80 (von Ost nach West gemessen) bzw. 85 Zentimeter (von Nord nach Süd) hatte. Michael versendete als Oberlandesforstmeister ab den 1860er Jahren von Sondershausen aus Samen und Edelreiser an andere Forstämter, Gärtnereien und Privatpersonen. Damit begann die systematische Zucht und Ausbreitung der Blutbuche nachweislich verstärkt erst im 19. Jahrhundert. Der Handel wurde weltweit u. a. nach Frankreich, England und Amerika ausgeweitet.[3]

Foto kommt, muss ich erst umladen 😉

Auf Reisen

Von großer Hitze mit der berühmten Trierer Luftfeuchtigkeit, also fast mediterran, hin zu Dauerregen mit kühlen 17 Grad. Nebel über den Weinbergen. Am Sonntag spielte ich ein kleines Konzert im Park des Schönstattzentrums unter wundervollen alten Bäumen direkt neben dem Marienheiligtum. Roswitha entdeckte den klingenden Mammutbaum und es stellte sich heraus, dass Schwester Anne Meike, die Hüterin des Ortes, ihn bereits seit geraumer Zeit regelmäßig „beklopft“. Also am nächsten Tag noch mal hin um aufzunehmen. Weiß noch nicht, ob es was geworden ist, ich sichte die eingesammelten Töne dann erst nach der Rückkehr.

Seerosen in solcher Fülle, von allem so viel und in so viel Schönheit. Ich übe das Empfangen, das Auffangen, das Wahrnehmen und für wahr nehmen. Ich übe in die Räume hineinzuhören, in die Zwischenräume zu hören, die Räume auszudehnen. Wahrzunehmen wie der Zufall, den es nicht gibt, die Töne setzt. Eine neue Annäherung an eine meiner Lehrerinnen. Pauline Oliveros. „Deep Listening“.

Zweiter Workshoptermin „Westafrikanische Trommelmusik“ und Eröffnung „Refugien“

Da der Workshop am 17. Juli in der Frauenkultur quasi nach einmal rumdrehen ausgebucht war, hier ein zweiter Termin bei mir/ bei Drums & Chants am 18., also einen Tag später! Alle Workshop-Infos

Und die Ausstellungseröffnung „REFUGIEN“ von Eckhard Ischebeck mit Spontankompositionen von mir findet am 22.7. um 19.00 im Werk 2 Halle D statt. Willkommen!

Blütenmeere im Hainich. Die Natur lacht uns aus, sagt Tatiana. So unter dem Motto, ihr kriegt das ja nich hin, ihr könnt immer nur alles kaputtmachen und hässlichmachen – seht dagegen meine Früchte, Blätter, Gräser, Blüten, frag ich? Ja genau. Ätsch.