Zweiter Workshoptermin „Westafrikanische Trommelmusik“ und Eröffnung „Refugien“

Da der Workshop am 17. Juli in der Frauenkultur quasi nach einmal rumdrehen ausgebucht war, hier ein zweiter Termin bei mir/ bei Drums & Chants am 18., also einen Tag später! Alle Workshop-Infos

Und die Ausstellungseröffnung „REFUGIEN“ von Eckhard Ischebeck mit Spontankompositionen von mir findet am 22.7. um 19.00 im Werk 2 Halle D statt. Willkommen!

Blütenmeere im Hainich. Die Natur lacht uns aus, sagt Tatiana. So unter dem Motto, ihr kriegt das ja nich hin, ihr könnt immer nur alles kaputtmachen und hässlichmachen – seht dagegen meine Früchte, Blätter, Gräser, Blüten, frag ich? Ja genau. Ätsch.

Pandemische Kreativität in Eisenach

So gesehen am Theater am Markt.

Und ein jüdischer Witz, den ich grad gelesen habe – vor dem Hintergrund der aktuellen Auseinandersetzungen besonders „witzig“.

Zwei frisch eingewanderte Juden sitzen im Unabhängigkeitskrieg 1948 im Schützengraben an der Südfront. Während die ägyptischen Panzer immer näher kommen, geht den beiden die Munition aus; die Lage ist verzweifelt. Seufzt der eine: „Wenn uns die Briten schon ein Land geben mussten, was ihnen nicht gehört, warum konnten sie uns nicht die Schweiz schenken?“

Devi Mahatmya

„Freundlich bist du, freundlicher als alle Freundlichen, schön über die Maßen, höher als alles insgesamt, die höchste Herrin bist du.

Und wo auch immer ein Ding sich befinden mag, sei es ein Seiendes oder ein noch nicht Seiendes, von jedem bist du die Kraft, oh du, die du das Selbst von allem bist!“

Im Park an der Ilm

Mit meinem Hotspot übers Handy zack mit dem iPad ins Internet. Schön! Die Ilm ist eine sehr anmutige Flussfrau und dass man hier mitten in Weimar sitzt, mag man kaum glauben. Ich fange ein paar Sounds und wundere mich wieder, dass der Vorgang zu einem vertieften und in der Fläche stark auseinander gezogenen Hören führt, Bilder fangen( fotografieren) jedoch nicht. Hier nehme ich eher den Ausschnitt in den Fokus. Ich träume.

Eine Quelle im Park wie eine Frau. Mit einer bezaubernden Stimme.

Und wen treffe ich grade eben. Einen jungen Komponisten, der für seine elektroakustische Arbeit Fieldrecordings macht. Ich frage ihn, ob er mir ein File schicken mag und gebe ihm meine Karte. Er hat etwas mehr und bessere Ausrüstung dabei als ich, aber das Mikrophon ist fest in ein Kondom gehüllt, damit es bei der Unterwasser-Aufnahme nicht leidet. Ich schmeiß mich fast in den Dreck. Very simple, but it works. Wir lachen zusammen, ich empfehle ihm noch flugs meine SoundCloud. Wenn ich heute nicht am richtigen Ort bin, dann weiß ich auch nicht!

Pandemische Kreativität

Grade dachte ich darüber nach, dass unsere Alltagssprache schon länger den Begriff der „pandemischen Ausmaße“ für unkontrolliertes Überborden eines Zustands kennt. Das ist natürlich meistens eine bedenkliche Angelegenheit. Umso besser gefiel mir überbordende Kreativität. Zwei Fotobücher von Mahmoud Dabdoub können das im Wortsinne bebildern. Die universelle Erzählkunst unserer Augen und „die Fülle in der Leere“, wenn die Menschen mal kurz aus dem Bild gehen.

Mahmoud Dabdoub ist einer der Menschen, deren Ahnen nicht in Deutschland begraben sind und die in den 80er Jahren zum Studium an die HGB Leipzig kamen. Und blieben. Wie gut!

Meine Rückkehr in die Öffentlichkeit ist auch bereits angezettelt. Eckhard Ischebeck stellt seine Porträtfotos von Leipziger Künstler!nnen an ihren Zufluchts- und Sehnsuchtsorten während der Pandemie aus. Ich war eines der Models und spiele Geige zur Ausstellungseröffnung am 22. Juli in Leipzig/ Werk II/ Halle D.

Und am 17. Juli gebe ich (3x verschoben, jetzt aber!) einen Workshop „Westafrikanische Trommelmusik“ beim Frauenkultur e.V. Leipzig.

The Power Of Now

Hatte vorgestern einen Videoflow und habe ein „sehr schönes und vielseitiges Stück Gegenwarts-Perkussion“ (so reagierte eine Kollegin) hochgeladen. Und heute gönne ich mir noch die Aktivierung des Soundcloud Unlimited Accounts mit 40% Rabatt, damit ich demnächst unendlich lange Musikstücke dort einstellen kann. Weiter unten am Ende der Seite findest du seit gestern einen PayPal-Spenden-Button. So wie ich es sehe, werden wir in Zukunft stärker mit unserem ganz persönlichen finanziellen Engagement dafür sorgen müssen, dass Projekte unterstützt und finanziert werden können.

Und ein Halbsatz der Schweizer Historikerin und Politikwissenschaftlerin Regula Stämpfli, der mich gestern abend sehr erfreute:“ …. Menschen mit Menstruationshintergrund …“. Das zieht den unsäglichen Teilen der Gender-Debatte die Schuhe aus, oder? Klugheit ist sexy! Ihre Vorträge gibt es auf YouTube.

Die Realität

… ist was für Leute, die nichts besseres hinbekommen. Hatte ich mir mal notiert und fand ich gestern wieder bei der Findung von steuerrelevanten Papieren. Mich beschäftigt in der Tat aktuell die Frage nach dem Leben in der Welt der Steuererklärungen, GEMA-Anmeldungen, Coronaverordnungen.

Gesa hatte ein komisches Gefühl beim Autofahren, prompt fand ich ein kaputtes Ventil, die Luft im Reifen nur noch gehalten von dem Schraubekäppchen – was noch keine Probleme machte, aber ev. morgen welche gemacht hätte. So erklärte sich eine bereits abgesagte Fahrt im nachhinein einmal mehr und es blieb genug Zeit, einen Termin morgen in DD abzusagen. Das Problem mit dem „Auffangen“ ist, dass wir oft nicht wissen, was das Aufgefangene uns sagen will. Manchmal hat es ja auch nichts mit mir direkt zu tun, sondern mit dem Nachbarn, dem Land, einer Person im Raum. Bäume können um Hilfe rufen. Ich traf mal eine Kröte, die sich an meinen Arbeitsräumen in Gluthitze auf dem Asphalt verlaufen hatte. Ihre Hinterbeine ganz verrenkt von der Qual den heißen Boden zu berühren. Ich hörte ihren Schrei wie einen sehr hohen Ton in meinem Kopf und suchte nach dem Ursprung. Ich fand sie, trug sie sofort zum nahen Gewässer und überschüttete sie mit Wasser. 10 min. später war sie (offensichtlich munter) weg.

Ich übe Rahmentrommel und bin froh, dass die Spieltchnik so gar nichts mit dem zu tun hat, was ich schon kann. Ein Neuanfang. Mal alle Strategien überprüfen, die ich sonst meinen Student!nnen empfehle. Muss ja nicht immer eine gebrochene Hand sein 😉 Obwohl die zum Strategien prüfen auch gut war!

„You learn techniques to understand principles, and once you understand the principles, you create your own techniques.“ („Du lernst Techniken, um Prinzipien zu verstehen. Hast du die Prinzipien verstanden, erschaffst du deine eigenen Techniken.“ /Alain Gehin)

Mit den Kollegen bin ich mir einig, dass die Zeit in der wir leben, uns alle Disziplin abverlangt, die wir aufbringen können. Was hat Üben für einen Sinn? Wozu neue Songs schreiben? Warum miteinander proben? Natürlich bringen die künstlerischen Berufe immer mal wieder die Herausforderung, mentale Stärke zu bewahren, wiederzufinden oder neu zu erschaffen. Du musst grade stehenbleiben, gradaus denken, gradaus fühlen, auch wenn die ganze Welt um dich herum sagt, das ist falsch so und das wird sowieso nix. Und studiert haste auch nich. Oder grade weil du studiert hast, da ist ja der ganze Bauch wegstudiert. Ach ja, was ich mir schon alles anhören musste.

Ansonsten lese ich nach vielen Jahren wieder „Macht und Sinnlichkeit“ von Audre Lorde/ Adrienne Rich.

Bei RoB in BLN fand ich Audre in den Notizen – die Frage nach der Selbstinszenierung, den Ausschnitten, die wir der Welt zeigen, „das Ritual, was wir wählen“ – also auch welche Realität Teil meiner Identität ist/ wird. Das ist schon fast zu groß für den Bildschirm.

Unterwegs

Auf Forschungsreise – bei meiner Webdesignerin, die DrumsAndChants-Seite straffen und ein wenig umbauen. Mein Unterrichtsuniversum neu definieren. Der Versuch, schon länger lose herumhängende Enden und neu gefundene Fäden ins Gewebe einzuarbeiten. Abseits von Trotz und Ärger über die Situation. Abseits von Politik. Abseits vom Tagesgeschehen. Ich kämpfe im Moment schon sehr um Klarheit. So vieles liegt im Verborgenen. Anderes ist umso deutlicher. Ich will die Aufforderung zum Wandel annehmen und umsetzen – in a good way. Zweifel sind nicht hilfreich.

Ich höre ein Windspiel im Wind und denke, wenn es mir gelänge meine Musik zu spielen mit dieser Absichtslosigkeit, wie der Wind mit dem Windspiel spielt ….

Im Hainich, im Wald, konkret auf einem ehemaligen russischen Truppenübungsplatz. Immer mal wieder denke ich daran, dass „der Wald“ zumeist nicht älter als 150 Jahre ist. Vor 200 Jahren war der Schwarzwald komplett entwaldet. Feuerholz, Holzkohle, Schiffe, Kirchen, Häuser. 1945 hatte der Borkenkäfer den Harz gefressen. Fiel nur nicht so richtig auf im zerstörten Deutschland und in den zerstörten Seelen. Das heißt jetzt nicht, dass wir einfach weiter Umweltschäden fabrizieren sollen. Aber (Ulrich Tukur bei #allesdichtmachen), wenn die Menschen alle weg sind, gibt es endlich, was die Erde so dringend braucht: Ruhe und Frieden. Das stelle ich mir jetzt als Vorbereitung für die nächste Inkarnation mal vor. Zwischen Hysterie und Ignoranz liegt der SpielRaum!

Forschungsreise nach innen. Die Herausforderungen der Rahmentrommel ähneln denen der Geige in den Anfangsgründen durchaus. Die Töne sauber ansteuern und ihnen erlauben zu erscheinen. Ehrgeiz und Wille dürfen die Muskulatur unterstützen. Ich bin Kind und Erwachsene zugleich. Lernende und Lehrende. Was für ein Geschenk. Und eine Lehrerin haben, die sich über all das freut und an den richtigen Stellen einfach wartet und nichts tut. Ich glaube, da muss ich noch mal drüber nachdenken 😉 das sollte ich vielleicht auch öfter tun.

Vereint im „Die da!“

Diedaismus allüberall. Quer durch alles Denken hindurch, ohne Ansehen von Alter, Geschlecht, Stellung, Klasse, Partei, Bildungsgrad und und. Ohne Dieda geht grade gar nichts. Gäbe es Dieda nicht, man müsste sie erfinden.

Wenn die nicht, dann könnte ich ja. Würden die mal endlich, dann müsste ich nicht. Wenn die sich richtig verhalten hätten, dann gäbe es ja schon lange wieder. Ich mach hier immer alles und die da nix. Die kriegen immer alles und wer gibt mir was? Die lügen doch sowieso. Hier kann doch jeder, warum sind die nicht einfach? Ich geb mir doch Mühe, was wollen die da eigentlich? Die müssen weg! Die gehören eingesperrt! Die gehören abgeschoben! (Auf dieser Eskalationsstufe angelangt, folgen dann nur noch div. Todesarten, je nach ideologischem Hintergrund und persönlicher Hemmschwelle.)

Diedaismus ist übrigens auch keine Basisdemokratie, sondern gemeinsam meckern. Nichts gegen. Manchmal stehen ja nach genügendem Gemecker alle gemeinsam auf und bauen eine Garage. Oder wandern aus. Gerda Weiler ist die Urheberin eines meiner Lieblingssprüche: „Es gilt, die Lebensaufgaben anzugreifen. Nicht den Feind.“

Der Spruch steht natürlich hier völlig zusammenhanglos. Ich fand ihn nur lustig. Und ich habe ja mal eine Weile in Dresden gelebt. Da traf ich damals auch schon ein paar Weltmeister im Diedaismus. Is jetzt so 40 Jährchen her. Wie die Zeit vergeht!